// DIE ALPENÜBERQUERUNG 2018

Diesen Herbst habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt. In 7 Etappen möchte ich die Alpen überqueren: vom Tegernsee nach Sterzing.

// Erste Etappe // Tegernsee – Kreuth

Ende September – nach dem heißen Sommer zeigt das Thermometer nur 5°C an. Auf dem Rücksitzs des Toyotas meiner Eltern werde ich nach Gmünden kutschiert. Einen Teil der ersten Etappe laufen wir zusammen. Nach einem zünftigen Frühstück im Tegernseer Brauhaus verabschieden wir uns und ich besteige die Fähre nach Rottach Egern.

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Von da ab geht’s an der Weissach entlang nach Kreuth. In meiner heutigen Unterkunft, dem „Gasthof zur Post“ fühle ich mich pudelwohl. Es braucht nur eine heiße Dusche, einen Radler und meterdicke Wände ohne Handyempfang damit ich schnell einschlummere.

 

// Zweite Etappe // Kreuth – Achenkirch

Ein frostiger Start in den Tag – bei 2°C hocke ich bei strahlendblauem Himmel auf einer Bank und warte auf meinen Wanderbus. Heute starte ich kurz hinter Wildbad Kreuth. Bergig wird’s. Vorbei an Relikten der Winter WM ’84 stapfe ich hoch zur Blaubergalm. Die Sonne brennt, Hosenbeine werden abgezippt – bin glücklich!

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Ich treffe die ersten „Mitstreiter“ und genehmige mir ein Weißbier. Auf der gesamten Tour werde ich immer mal wieder 9 – 10 Leute und einen Königspudel treffen. Alle mit dem Ziel Italien vor Augen. In Achenkirch schlafe ich in einem kleinen B&B welches von einem Holländer betrieben wird. Alles modern und super nett.

 

// Dritte Etappe // Achenkirch – Fügen

Am Bus treffe ich eine handvoll Wanderer – ich steige an der Spitze des Achensees aus und wandere von dort nach Pertisau. Der Geisalmsteig ist echt eine Herausforderung. Ihn sollten nur schwindelfreie geübte Wanderer gehen – ich fühle mich nicht angesprochen, stelle mich aber der Herausforderung. Der Steig ist knackig, aber atemberaubend schön. Zwischenzeitlich wähne ich mich auf Malle oder irgendwo in Griechenland.

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An der Geisalm angekommen bestelle ich mir vor lauter Schreck nur einen Almdudler – wer weiß was da noch alles auf mich zukommt?! Die paar Kilometer nach Pertisau sind vergleichsweise ein Spaziergang. Doch was mich dort erwartet ist der totale Kulturschock: nur Rentner und Touris – in Massen! Ich beschließe die Asphaltpromenade nach Maurach auszulassen und direkt den Bus nach Jenbach zu nehmen. Von dort geht’s mit der Zillertalbahn nach Fügen. Im Hotel „Edelweiss“ habe ich den genialsten Balkon der ganzen Tour mit Blick auf ein Wahnsinns-Alpenpanorama. Es wird in der Sonne gepicknickt und mit daheim telefoniert.

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// Vierte Etappe // Fügen – Hochfügen

Von meinem Hotel laufe ich zur Talstation der Spieljochbahn – ca. 1,5 Km (natürlich nur bergauf) später komme ich nassgeschwitzt bei den Gondeln an. Eine Gondel nur für mich allein! 9:30Uhr auf knapp 1900 Metern Höhe – was n‘ Traum.

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Das erste Stück bis zur Gartlalm ist wieder ein einziges Gekraxle über Grate, Wurzeln und Steinfelder – Radler-Pause – danach ein Spaziergang. Am Loassattel lege ich eine Hängematten-Siesta ein, danach geht’s gemütlich bergab nach Hochfügen. Ein Wintersport Ort außerhalb der Saison: Baustelle & tote Hose.

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Die morgige Tour wird die schwerste werden. Sonne auf dem Balkon genießen & früh ins Bett!

 

// Fünfte Etappe // Hochfügen – Mayrhofen

Ein Streifenhörnchen wandert durch den Nebel…manchmal ist’s besser, wenn man die Anstiege nicht sieht 😉 Die Rastkogelhütte hätte ich fast übersehen – keine 50 Meter neben mir 😂 Immer wieder bildete ich mir ein, dass die Sonne doch noch ihren Weg finden wird. Allerdings winkt die Hüttenwirtin ab: des dauert fei noch!

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Ich verzichte auf weitere 100 Höhenmeter zum Melchboden, ist der neblige Fahrweg doch genauso reizvoll. Die Entscheidung: im Nebel 4 Stunden auf den nächsten Bus warten, oder den Abstieg ins Tal wagen?! Der ungeduldige Mensch, der ich ab und zu mal bin wandert nach Mayrhofen! Fix & fertig genieße ich mein Balkon-Bierchen und freue mich auf’s Haxn ausstrecken. Mayrhofen ist krass – man kann nur erahnen, wie da im Winter die Post abgeht.

 

// Sechste Etappe // Mayrhofen – San Giácomo

Um kurz vor 8 bringt mich der Bus zum Schlegeis Stausee hoch. Interessant und imposant zugleich…

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Ich folge den Wegweisern zum Pfitscher Joch – ein tolles Gefühl den ersten Schritt auf italienischem Boden zu machen. Nach einer kurzen Stärkung folgt der teilweise recht steile Abstieg.

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Die Sonne brennt, kein Wölkchen zu sehen…und in meiner Unterkunft wartet schon eine Überraschung auf mich. Meine Schwester ist früher angereist und wir laufen morgen die letzte Etappe zusammen 🤗

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Abends gehen wir noch Bierchen trinken und Schluzkrapfen essen. Toll, wenn man so eine große Schwester hat.

 

// Siebte Etappe // San Giácomo – Sterzing

Für den heutigen Tag ist Dauerregen angesagt. Doch bis ca. 10:45 haben wir Glück, ab und zu schaut sogar die Sonne raus 😬

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Um Punkt 12 haben wir’s geschafft: Bei Nieselregen laufen wir glücklich in Sterzing ein – ein tolles Gefühl. 😍

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Wir fahren weiter Richtung Meran, wo wir noch ein paar Tage Südtirol genießen werden.

 

Das Abenteuer „Alpenüberquerung light“ kann ich echt jedem empfehlen – wie bei jeder Fernwanderung ist man stolz wie Bolle, wenn man eine gewisse Distanz mit eigener Kraft gemeistert hat! Aber nach allen Berg und Fjäll-Abenteuern dieses Jahr kam leider das Meer zu kurz. 2019 Portugal ist schon in Planung!!!

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