// SURVIVALABENTEUER IM HUNSRÜCK

Freitag nach der Arbeit fahre ich mit Linda in den Hunsrück. Zusammen mit 5 anderen abenteuerlustigen Frauen werden wir ein Survival Wochenende verbringen…

Treffpunkt ist ein altes Kasernengelände, hier ist’s schon abenteuerlich und unheimlich. Nach und nach trudeln alle ein und bekommen von Sabrina, unserer Trainerin, eine Einführung in die Arbeit mit Kompass und Karte. Wir bekommen noch die Karte mit unserem Ziel und einer kurzen Beschreibung in die Hand gedrückt, 7 Rucksäcke werden geschultert… es geht los.

Über Stock und Stein, durch Wälder und Weinberge – wir sammeln Riesenpilze und Feuerholz und lernen uns schon einmal kennen.

Nach 2,5 Stunden erreichen wir das „Naturcamp Hunsrück“, ein kleines Waldstück, welches für die nächsten 2 Tage unser Zuhause sein wird. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde erkunden wir das Camp, lernen zwei wichtige Befestigungsknoten und bauen uns ein Lager für die Nacht. Als unsere „Unterkünfte“ fertig sind ist es längst dunkel. Ich bin auf unsere Ergebnisse bei Tageslicht gespannt. Nudeln mit Tomatensauce am Feuer, gewürzt mit Wildkräutern, die wir am nächsten Tag selber suchen werden. Am meisten hat mich überrascht, dass Pimpinelle auf einer stinknormalen Wiese wächst. Um 11 krieche ich in mein improvisiertes Zelt und schlafe sofort ein. Irgendwann nachts wache ich auf und liege am ganz anderen Ende – habe wohl beim Bauen die Schräge unterschätzt…

6°° ich verschwinde kurz im Busch und erledige mein Bedürfnis. 8°° ich werde vom Holz hacken wach – nach einer Katzenwäsche in der Wasserkanister-Dusche betrete ich die Feuerstelle, wo bereits ein Feuerchen knistert und der Wasserkessel brodelt. Danke an die fleißigen Holzhacker-Mädels. Nach dem Frühstück und einer kurzen Meditation beginnt unser Programm:

// Feuer machen

Sabrina zaubert allerhand aus ihrer Feuerkiste und nachdem sie allerlei mögliche Zündmöglichkeiten (Magnesiumstahl, Batterien+Stahlwolle, Feuer bohren, Tampon Rollen, Feuerstein…) vorgestellt hat, dürfen wir uns selbst probieren. Wir sind stolz wie Osakr, als aus den winzigen Funken ein „echtes“ Feuer erwacht.

// Wasserfilter bauen

Was tun, wenn jemand dehydriert ist? Wie geht man auf Wassersuche? Wie lässt sich Wasser gewinnen? Wie kann man Wasser trinkbar machen? Wir bauen einen Wasserfilter – in eine abgeschnittene PET Flasche kommen verschiedene Schichten: Stoff, Kohle, Sand, Kies – getrennt durch Grasschichten. Durch ein kleines Loch im Deckel tropft das gefilterte Wasser. Nach 2-3 maliger Wiederholung kocht man das Wasser ab und kann es trinken.

// Glutbrennen

Aus einem Holzscheit schnitzen wir einen Löffel. Die Wölbung erhalten wir, indem wir ein Stück Glut auf das Holz lecken und pusten. Dauert etwas, ist aber ein schöner Zeitvertreib während wir am Feuer sitzen.

// Wildkräuter sammeln

…und eine Gemüsesuppe damit würzen. Wir stärken uns und es geht weiter…

// Bogen schießen

intuitiv auf die Scheibe….macht Spaß so ein bisschen Action zwischendrin, und nach einer Weile stecken sogar fast alle Pfeile im Brett

// Fallen bauen

in Deutschland verboten, aber die Technik fasziniert uns – kennt man die Fallen doch sonst nur aus dem TV

Nach den vielen Programmpunkten sammeln wir noch etwas Holz und machen Stockbrotteig für unseren Grillabend. Würstl, Salat, Stockbrot, Rotwein und Marshmallows 😉 Die Hühner sitzen am Feuer und haben viel zu erzählen, es war ein toller informationsreicher Tag.

Sabrina führt uns für unsere Sinnesübung aus dem Camp. Mit geschlossenen Augen tasten wir uns anhand eines Seiles durch den Wald – eine wahnsinns Erfahrung. Auf dem Heimweg kommen uns noch Jäger entgegen, die erlegte Wildsau auf der Ladefläche. Nachdenklich schlurfen wir zum Feuer zurück und diskutieren Sinn und Unsinn der Jagd. Gegen 1°° krieche ich in meine modifizierte Hütte und schlummer sofort fest ein.

Hacken von Holz ist auch heute mein Wecker. Kaffee und Fladenbrot aus der Glut zum Frühstück stärkt für das heutige Programm.

// Knotenkunde

Wir lernen mehrere wichtige Knoten und deren Einsatzbereiche. Unsere Seile verbinden wir mit Kreuzknoten und können uns hineinlehnen und über die Stabilität staunen

// Wurfkreuz bauen

Zwei Äste werden so miteinander verbunden und an allen 4 Enden angespitzt, dass eine primitive Jagdwaffe entsteht. Erinnert mich an einen Wurfstern oder ein abgesägtes Kruzifix

// Messer & Äxte Werfen

auf den Marterpfahl. Macht Spaß, ist aber leider nicht so einfach wie es aussieht. Mein Favorit sind die Messer, wohingegen die Äxte gar nicht im Holz stecken bleiben wollen. Sollte über ein zweites Standbein als Messerwerferin nachdenken 😉

Die zwei Tage vergingen wie im Flug… wehmütig räumen wir unseren Lagerplatz mit dem Plan sich recht bald ein ordentliches Schnitzmesser, ein Firestick und einen Kompass zuzulegen. Es war ein tolles Wochenende mit euch allen!!! Danke 😉

Zurück in der Zivilisation genieße ich eine ausgiebige Dusche und schlafe sofort ein…

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2 Kommentare zu „// SURVIVALABENTEUER IM HUNSRÜCK

  1. cooler Block, ja war echt schön das Wochenende😉 Habe gesehen, dass du wandertechnisch gut unterwegs bist. Vielleicht hast du ja Lust mal etwas gemeinsam zu erwandern. Lieber Gruß Ines

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    1. Danke liebe Ines, es war echt super… würde mich über ein Abenteuer im „wilden“ Osten sehr freuen. Allerdings kann ich frühestens um Ostern rum – lass mal planen 😉

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